Jugendtauchfahrt 2009 Fehmarn

– oder:

Können die Marlins auch nördlich des 50. Breitengrandes tauchen?

 

 Ja sie können!  In der vierten Augustwoche war es wieder soweit. Wie kleine Ameisen verließen einige Vereinsmitglieder die gemütliche Heimat der Hallertau. Sie gingen ihren Entdeckertraum nach und fuhren gemeinsam gen Norden. Aber was war die bewegende Kraft für diese starke Kursänderung von Süd auf Nord?

In 54°24’16’’N und 11°10’44’’ O liegt im Campingplatz Wulfener Hals die Tauchbasis Calypso, die als Füllstation für die von Wolfgang Koch organisierte Jugendtauchfahrt fungieren soll sowie Fehmarn - die sonnenreichste Insel Deutschlands.

 

Am Campingplatz angekommen war es erst einmal Zeit seinen Schlafplatz wohnfähig zu machen. Sonnigstes Wetter lud schon jetzt zu einem kleinen Badeversuch in der See ein. So richtig los ging es erst als wir alle uns gemeinsam die Tauchbasis anschauten und uns der Basenleiter Christian über das Tauchen um Fehmarn berichtete.
Abgerundet wurde der Abend durch ein gemeinsames Essen im Restaurant „Wulfener Hals“.

In die Tiefen ging es zum ersten Mal am Sonntag: von Land aus wurde diesmal bei Staberhuk getaucht.
Zu sehen gab es eine ganze Menge von winzigen Garnelen über Jungheringschwärme hin zu Plattfischen.

 

Der Wochenstart hatte leichte Startprobleme. Der geplante Wracktauchgang konnte aufgrund zu hohem Wellengang nicht stattfinden. Als Alternative wurde uns einen Strömungstauchgang im Fehmarnsund angeboten. Dieser musste aufgrund schlechtester Sicht abgebrochen werden. Der Nachmittag dieses Tages entschädigte uns für die vorangegangenen Strapazen. Ein Landtauchgang zu einem verfallenen U- Bootanleger nahe Westermarkelsdorf war nun das Ziel. Mit ca. 8 Meter Sicht zu dem schön bewachsenen Anleger ging ein weiterer entspannter Tauchgang zu Ende.

Am nächsten Tag hatte sich das Wetter leicht verändert. Deshalb wurde unsere Planung nochmals geändert: Wir fuhren nochmals zu U-Bootanleger. Diese spontane Entscheidung wurde durch Meerforellen, Dorsche, einigen Feuerquallen und vielem mehr belohnt.

 

Der Mittwoch war ein langer Tauchtag. Morgens ging es mit demSpeedboathinaus zum Wrack Prahm und nach einer Pause am Nachmittag stand ein Nachttauchgang an. Nachts kommen viele Bewohner herausgekrochen, die sich tagsüber vor allem in Felsspalten aufhalten. Die geringe Tiefe von max. 2 Metern machte es dennoch zu einer Herausforderung. Das spätere gemeinsame Beisammensein beendete den Tag.

Wer jetzt denkt, dass am Campingplatz nur das Tauchen im Vordergrund steht, der hat weit gefehlt: Es gab viele Sportaktivitäten von Golf über Gymnastik zum Kite- und Windsurfing sowie vieles mehr. Abend gab es oft ein nettes Entertainmentprogramm im Showzelt.

 

Neben manch anderenOrten wurde auf der Insel der Fährhafen Puttgarden, die „Inselhauptstadt“ Burg oder das Vogelschutzgebiet Wallnau besucht. Es luden viele kleine Dörfer zum Staunen und Verweilen ein.

Manche der Reiseteilnehmer besuchten zwischendurch die Städte Hamburg und Lübeck.

Am vorletzten Tauchtag ging es in den Nordosten der Insel nach Katharinenhof. Leider war hier die Sicht nicht besonders. Im Makrobereich tat sich schon einiges. Einige Taucher konnten fünf oder sechs verschiedene Garnelensorten neben Seesternen, Stichlingen und Krebsen beobachten.

 

Am Freitag wurde das geplante Schnorcheln vor dem Campingplatz wohl wegen des kalten Windes abgesagt. Ebenso ging es den Tauchern, die nochmals ein Wrack besuchen wollten. Die zu hohen Wellen verhinderten einen sicheren Tauchbetrieb.

Am Abend dankten wir bei einem gemeinsamen Abendessen unseren beiden Hauptorganisatoren Wolfgang und Franz für die gelungene Woche im Norden der Bundesrepublik, worauf wir am nächsten Morgen unsere gewohnte Fahrtrichtung nach einer Clubfahrt und zwar in Richtung Heimat antreten konnten.

 

Adrian Leistner