Clubfahrt 2004 Ägypten- Südtour

vom 12.10.2004 – 26.10.2004

 

  

 

Dienstag, 12.10.2004:

Bevor unsere Maschine bei kaltem Herbstwetter um 9.05 Uhr in München abhob, stärkten wir uns noch einmal bei bayerischer Brotzeit in der Abflughalle des Flughafens.

Nach gut 4 Stunden Flug landeten wir dann auf dem International Airport von Marsa Alam, wo uns, nach dem die Stewardessen die Türen unseres Airbus A 310 geöffnet hatten, warmer Regen begrüßte.
Nach Erhalt des Visums und der anschließenden Passkontrolle, begann dann die Schlacht nach den Koffern am Gepäckband.

Als alles überstanden war, verließen wir zum Glück bei strahlendem Sonnenschein und angenehm warmer Temperatur das Flughafengebäude, wo unser Bus schon auf uns wartete.
Gemeinsam verstaute man das Gepäck auf dem Busdach. Die Fahrt zum nahegelegenen Hafen, Port Galeb, ging los.

Wir hatten das Flughafengelände noch nicht verlassen, viel in einer der ersten Kurven ein Gepäckstück vom Dach, da der Fahrer vergessen hatte es mit Spanngurten zu befestigen.
Es war Günters Taucherrucksack, in dem u.a. ein Sixpack Weißbier verstaut war. Zum Glück gingen die Flaschen nicht zu Bruch, mussten jedoch, was keinem von uns leid tat, gleich getrunken werden.

Nach dem wir die Hafenbaustelle überquert hatten hielt der Bus vor unserem Schiff, der Blue Planet 1. Dort wurden wir von unserem Tauchguide Norman, einem graumelierten Münchner begrüßt.

Nachdem unser Gepäck an Bord gebracht wurde, suchten wir unsere Kabinen aus und verstauten unsere Tauchutensilien am Deck.
Anschließend versammelten wir uns auf dem Sonnendeck und warteten auf das Auslaufen des Schiffes. Da jedoch die Freigabe der Behörden nicht pünktlich vorlag, mussten wir die erste Nacht im Hafen verbringen. So traf man sich nach dem Abendessen zu ein paar Dosen Bier wieder.

Mittwoch, 13.10.2004

Um 5.30 Uhr wecken uns die Schiffsmotoren. Eine Viertelstunde später laufen wir endlich aus. Das Abenteuer „Rotes Meer“ beginnt.

Nach ca. 35 Minuten Fahrt erreichen wir Shaab Shouna, wo wir zu unserem Check-Dive ins Wasser springen. Für uns war es der erste Sprung in das 28 Grad warme Wasser des Roten Meeres.

Die Sicht war beeindruckend. Von der Wasseroberfläche aus, konnte man bereits die am Meeresgrund liegenden Blaupunktrochen sehen. Die leuchtenden Farben der Tiere und Pflanzen der Unterwasserwelt ließen uns nur staunen. Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen.

Nach dem Frühstück um 9 Uhr ging die Tour dann weiter Richtung Abu Dahab, wo wir nach ca. 1 ¼ Stunden Fahrt ankamen.

Nach dem Briefing wurden wir mit dem Zodiak an die Nordseite des Riffs gebracht. Kaum abgetaucht, wurden wir von einer riesigen Muräne begrüßt. Wenige Flossenschläge daneben lag das Wrack eines im letzten Jahr abgebrannten Safarieschiffes. Rechte Schulter zum Riff tauchten wir durch schöne Steinformationen zum Schiff zurück.

Unsere Fahrt ging nach dem Auftauchen gleich weiter zum Elphinstone-Riff, auch Abu Hamra genannt.
Bereits bei der Ankunft dort machte uns Norman auf anwesende Hochseeweißflossenhaie (Longimanus) aufmerksam. Ein großes Exemplar mit mehreren Pilotfischen umkreiste unser Schiff. Zwei, drei kleinere Haie waren ebenfalls zu sehen. Alle schauten aufgeregt vom Sonnendeck ins Wasser und verfolgten die Kreise der Räuber. Ein mulmiges Gefühl, Adrenalin pur. Soll man da wirklich reinspringen?

Nach dem Briefing war es dann soweit. Ein super Tauchgang begann. Über 80 Meter abfallende schön bewachsene Steilwände. Dornhechte begleiteten uns auf unseren Rücken. Auf dem Rückweg herrschende Gegenströmung und die bis auf wenige Meter herankommenden Haie ließen uns das anschließende Dekobier besonders schmecken.

Wieder an Deck wurde beschlossen die ganze Nacht durchzufahren, um unseren nächsten Tauchplatz – Rocky Islands – am Morgen zu erreichen. Bei der Abfahrt dorthin wurden wir von einigen Delphinen verabschiedet.

Donnerstag, 14.10.2004

Norman weckte uns um 5.50 Uhr. Noch schläfrig krochen wir aus unseren Schlafsäcken auf dem Sonnendeck. Bei ruhiger See sahen wir bereits Zabagard vor uns. Fliegende Fische zogen vorbei. Wir ließen die Insel links liegen weiter nach Rocky Islands. Dort kamen wir mit leichter Verspätung an, da die Crew in der Nacht die Schiffschraube befestigen musste, die wir fast verloren hätten.

Unser erster Tauchgang führte uns rechter Schulter an einer wunderschön bewachsenen Steilwand mit vielen bunten Meeresbewohnern entlang. Die Wassertemperatur betrug hier im Süden 30 Grad.

Beim Frühstück stärkten wir uns für den 2. Tauchgang an dieser Insel. Einige erhofften sich an dieser Stelle wieder Haibegegnungen wie bei einer vorangegangenen Clubfahrt.

Um 11 Uhr wurden wir von der Taucherplattform wie Fallschirmspringer aus dem Flugzeug, der Reihe nach ins Wasser entsorgt. Diesesmal ging es von der Westseite der Insel linker Schulter zum Schiff zurück. Auf dem Rückweg dorthin waren u.a. spielende junge Napoleons zu sehen. Haie haben wir bei unserer Tauchtiefe von 35 Metern nicht gesehen. Andere versuchten es etwas tiefer .......... (Tiefenangaben werden wegen zu großer Abweichung aus dem Lehrbuch nicht gemacht).

Nach diesem schönen Tauchgang starteten die Motoren gleich weiter nach St. John´s (Dangerous Riff). Das immer gute und abwechslungsreiche Essen (Buffet) nahmen wir unterwegs während der Fahrt zu uns.

Um 16 Uhr kamen wir dort an und sprangen nach dem Briefing zum Dämmerungstauchgang ins Wasser.

Das kleine Riff hatte mehrere Höhlen, die wir uns für den geplanten Nachttauchgang einprägten. Viele Anemonen mit ihren Bewohnern konnten wir bewundern. Große Napoleons begleiteten uns neben vielen anderen Wasserbewohnern.

Um 19 Uhr tauchten wir zum Nachttauchgang ab und peilten gleich die linke Höhle an. Dort standen plötzlich zwei über einen Meter große Büffelkopfpapageienfische vor uns und ließen sich von unseren Lampen anstrahlen. Auf unserem Weg durch die dunkle See begleiteten uns u.a. Blaupunktrochen, Doktorfische und Papageienfische. An einer Felswand stießen wir auf eine Spanische Tänzerin, deren herrliches Rot im Lichtstrahl leuchtete.
Bevor wir uns auf den Rückweg machten, tauchten wir noch durch ein weitläufiges Höhlenlabyrinth. Beim Auftauchen schwamm ein kleiner Weißspitzenhai durch das Licht unserer Scheinwerfer. Diesen kleinen Räuber sollten wir später nochmals sehen.

Nach dem Abendessen fischten die Jungs unserer Crew von der Taucherplattform aus. Auf einmal ein Schrei: Shark, Shark, Shark ........ Es war der kleine von vorhin, der sich jedoch, fast schon aus dem Wasser, wieder losbeißen konnte.

Freitag, 15.10.2004

Um 5 Uhr brechen wir nach „Big Habilli“ auf, wo wir nach ca. 1,5 Stunden Fahrt ankommen.

Das Zodiak brachte uns zum Einstiegspunkt. Nach dem wir uns rückwärts in die Fluten gestürzt hatten, mussten wir feststellen, das wir falsch ausgesetzt wurden. Vom Riff war nichts zu sehen. Also wieder nach oben. Das Zodiak nahm uns wieder auf. Am Schiff zurück, rödelten wir wieder komplett auf. Beim zweiten Versuch wurden wir von unserem Kapitän persönlich vor das Riff gefahren. Nun konnten wir mit etwas Verzögerung unseren Tauchgang beginnen. Große Napoleons, ein kleiner Weißspitzenhai, Muränen u.a. bunte Wasserbewohner bewunderten wir, wie auch einen schönen Gorgonienwald.

Zu unserem zweiten Tauchgang sprangen wir nach dem Frühstück um 10 Uhr ebenfalls am „Big Habilli“, diesesmal von der anderen Riffseite, ins Wasser. Hier betauchten wir ein schön bewachsenes „Drop Off“.

Bei der Abfahrt am Mittag verabschiedete uns ein Rudel Delphine.

Nach ca. 3 Stunden Fahrt erreichen wir unseren nächsten Tauchplatz, Abu Echara Sirnaka, wo wir um 15.30 Uhr unseren dritten Tauchgang an diesem Tage machten. Hier erwartete uns eine wunderschön bewachsene Felslandschaft. Ein Drachenkopf, kaum zu erkennen, erweckte hier u.a. unsere Aufmerksamkeit.

Um 18.30 Uhr sprangen nochmals sieben unersättliche Taucher zum Nachttauchgang ins Wasser.

Samstag, 16.10.2004

Um 5.30 Uhr verliessen wir unsere Nachtstelle in Abu Echara Sirnaka und fuhren ca. 15 Minuten zur Insel Sirnaka rüber. Nach dem Briefing machten wir dort um 6.25 Uhr unseren Early Morning Dive. In 34 Meter Tiefe stießen wir hier auf die Schraube des Wracks „Il Kamash“. Das Schiff lief hier nach einer Kollision mit dem Riff auf Grund.

Um 7.40 Uhr brachen wir wieder auf und erreichen nach drei Stunden Fahrt Shaab Maksur. Um 10.50 Uhr machen wir hier unseren zweiten Tagestauchgang. Nach einem schönen Rifftauchgang nahmen wir gleich wieder Fahrt auf und erreichten um ca. 14 Uhr Gota Showarit, wo wir unseren dritten Tauchgang an diesem Tage machten.

Ein wunderschönes Korallenriff, welches an manchen Stellen an ein kleines „Schlumpfdorf“ erinnerte, war hier zu bewundern. Viele Füsilier- und andere Kleinfischschwärme, Falterfische und ein großer Zackenbarsch waren unsere Begleiter.

Um 18.30 Uhr sprangen dann noch einige unverbesserliche zum Nachttauchgang ins Wasser.

Am späteren Abend ging Jürgen auf die Suche nach den restlichen Bierreserven. Fast alle der 240 Dosen waren geleert. Nach kurzer erfolgreicher Verhandlung mit den Kapitän wurde uns zugesichert, nochmals vier Paletten von einem anderen Schiff zu besorgen. Die verbleibenden zwei Tage waren somit gerettet.

Nachts um 2.30 Uhr starteten die Motoren. Wir nehmen Fahrt nach Shaab Sharm auf. Am Sonntagmorgen um 6 Uhr kamen wir dort an.

Sonntag 17.10.2004

Gleich nach der Ankunft sprangen wir hier vom Zodiak aus ins Wasser. Bei teilweise starker Gegenströmung tauchten wir hier rechter Schulter um das Riff. Kurz vor Erreichen unseres Schiffes wurden wir hier mit der Anwesenheit einer Wasserschildkröte, die an der Steilwand in ca. 10 Meter Tiefe ihr Frühstück einnahm, für unsere Mühen belohnt.

Nach dem Tauchgang ging es gleich weiter. Nach etwas über 4 Stunden Fahrt machten wir an der Nordseite des Elphinstone-Riffes fest.

Vom Zodiak aus ließen wir uns ins Wasser und tauchten linker Schulter zur Südseite des Riffs.

Am Nachmittag ging es hier nochmals ins Wasser. Diesesmal wurde bei starker Strömung das Nordplateau betaucht. Einige Haie waren auch an diesem Tag wieder anwesend und kamen bis auf wenige Zentimeter an uns Taucher heran.

Am späten Nachmittag fuhren wir unsere Nachtstelle – Abu Dabbad 3 – an. Da sechs von uns immer noch nicht genug hatten, machten sie noch einen Nachttauchgang. Die anderen genehmigten sich Sakara-Bier oder und Whiskey. Zum letzten mal läutete für uns die Glocke zum Abendessen.

Die Jungs in der Küche hatten mal wieder ganze Arbeit geleistet und für uns zum Abschied einen Truthahn vorbereitet. Zur Krönung gab es zum Nachtisch noch eine Torte. Anschließend beendeten wir den letzten Abend auf der Blue Planet 1 mit den wieder aufgefüllten Biervorräten und Überbleibseln an Spirituosen.

Montag 18.10.2004

Letztes Briefing !

Nach dem Wecken liefen wir nochmals das Elphinestone-Riff an, wo wir unseren Abschluss-Dive absolvieren. Danach ging es zurück zum Ausgangshafen, Port Galeb, wo wir um ca. 10.30 Uhr die Leinen festmachten.

Am Hafen wartete bereits der Bus auf uns, der uns zum Hotel brachte, wo wir kurz nach Mittag ankamen. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung, bevor wir uns am Abend an einer großen Tafel zum Abschiedsessen trafen.

Nach dem Essen ließen wir dann im Beduinenzelt bei einer gemütlichen Sisha den Abend ausklingen.

Dienstag, 19.10.2004

Endlich mal wieder ausschlafen. Nach dem Frühstück ging es nochmal in den Pool, bzw. an die Poolbar, wo wir bei ein paar Flaschen Bier die Zeit bis zum Mittag verbrachten. Um 12.30 Uhr war es dann soweit. Der Bus holte uns ab. Es ging zum Flughafen.

Für uns war es eine wunderschöne Tauchsafari, mit einer tollen Truppe, mit vielen Erlebnissen und zum Glück, immer ruhiger See.

Danke an Günter für die Organisation dieser super Fahrt.

Sonja und Matthias

 

2. Woche vom 20.-26.10.2004

Helene, Günter, Bettina, Bernhard, Ingrid und Helmut genehmigten sich noch eine Woche im Hotel "Shams Alam Hotel and Beach Resort"  .

Mit Schnorcheln, Sonnen und Poolbar, Abends gut Essen gehen überstanden wir auch diese Woche und kamen
am 26.10.2004 um 19:30 Uhr wohlbehalten und Erholt in München an.

Es war wiedereinmal eine tolle Clubfahrt !

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